Die Wissenschaft der Zigarettenfilter
Welche Zigarettenfilter Arten gibt es?
Zigarettenfilter unterscheiden sich in Material, Form und Funktion. Das verwendete Material bestimmt z. B. maßgeblich die Filterleistung. Nebenbei werden auch die Umweltfreundlichkeit und das Rauchgefühl beeinflusst. Die von der Zigarettenindustrie üblicherweise verwendeten Materialien sind Celluloseacetat, Papier und Aktivkohle.
- Celluloseacetatfilter für Zigaretten: Diese Filterwatte findet sich in den meisten industriell gefertigten Zigaretten. Das Material filtert zuverlässig Teer und Nikotin, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen. Ein kleiner Nachteil von diesem Filtermaterial ist seine geringe Umweltfreundlichkeit. Celluloseacetat ist biologisch schlecht abbaubar. Der Zerfallprozess kann bis zu 15 Jahre dauern. Wer nach dem klassischen Raucherlebnis sucht, greift meist auf diese Standardfilter für Zigaretten zurück.
- Papierfilter für Zigaretten: Dieses Filtermaterial besteht in der Regel aus unbehandelten Zellulosefasern. Das Material kann Schadstoffe gut filtern, beeinträchtigt aber geringfügig das feine Aroma, wenn du deinen eigenen Tabak drehst. Ein Vorteil gegenüber Celluloseacetatfilter ist seine gute Umweltverträglichkeit. Der Zerfallprozess in der Natur dauert nur wenige Monate.
- Aktivkohlefilter für Zigaretten: Dabei handelt es sich um Papierfilter, die mit winzigen Aktivkohlekügelchen gefüllt sind. Die Filterwirkung ist erheblich besser als bei den anderen Filtermaterialien. Gasförmige Schadstoffe und Schwermetalle werden effektiv gebunden. Auch das Rauchgefühl wird nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, der Rauch schmeckt milder, kühler und kratzt weniger. Aktivkohlefilter kaufen lohnt sich besonders für einen sanfteren Zug.
Unterscheidung hinsichtlich Form
Zigarettenfilter unterscheiden sich formseitig vor allem hinsichtlich Durchmesser und Länge. Die verschiedenen Filterformen beeinflussen dabei Rauchvolumen, Zugstärke und Menge der Schadstofffilterung. Außerdem gibt es noch Sonderkonstruktionen wie vertiefte Filter, konische Filter, Hohlfilter und Kapselfilter.
- Dicke Filter: Standarddurchmesser sind ca. 8 mm. Dicke Filter haben einen geringen Zugwiderstand und ein großes Rauchvolumen. Weiterhin gibt es dünnere Varianten wie Slim-Filter (6 mm), die den Rauchgeschmack intensivieren und den Abbau beschleunigen. Ebenso gibt es Ultra Slim Filter (ca. 5,3 mm) für ein unaufdringliches Erlebnis bei geringem Tabakverbrauch.
- Lange Filter: Die Standardlänge beträgt ca. 15 mm, was ein ausgewogenes Verhältnis von Filterung und Geschmack sichert. Long Filter (ca. 22–24 mm) haben durch den größeren Abstand einen höheren Kühl- und Reinigungseffekt und sparen Tabak.
- Vertiefte Filter: Bei dieser Sonderkonstruktion sitzt der eigentliche Filter ein paar Millimeter tief im Mundstück. Diese Form sorgt für ein kühleres Rauchgefühl.
- Konische Filter: Diese sind auf einer Seite dünner und typisch für selbstgedrehte, trichterförmige Zigaretten. Die Rauchmenge nimmt beim Herunterbrennen ab, während die Filterleistung steigt.
- Hohlkanal-Filter: Auch als Flow-Filter bekannt. Sie besitzen im Inneren eine leere Röhre, die beim Ziehen für eine Rauchverwirbelung sorgt. Der Rauch wird kühler, milder und der Zugwiderstand sinkt.
- Kapselfilter: Diese enthalten eine aromatisierte Flüssigkeitskapsel. Beim Zerdrücken wird das Aroma (z. B. Menthol) freigesetzt. Für klassische Filterzigaretten sind sie in der EU verboten, jedoch sind Menthol-Aromafilter für Selbstdreher weiterhin sehr beliebt.
Unterscheidung hinsichtlich Funktion
Die Funktion hat Einfluss auf die Schadstofffilterung, den Rauchgeschmack und die Aromasteuerung.
- Partikelfilter (Rauchfilter): Halten Schmutzpartikel, Kondensat und Teer mechanisch zurück, lassen Gase aber passieren.
- Adsorptionsfilter: Filtern mit hochporösen Kohlepartikeln auch gasförmige Schadstoffe chemisch-physikalisch heraus. Der Rauch wird milder und trockener.
- Belüftungsfilter: Verdünnen den Rauch beim Ziehen mit Luft über winzige, unsichtbare Löcher (Perforation), was die Nikotin- und Teerkonzentration pro Zug senkt.
- Hohlfilter (Recess-Filter): Kühlen den Rauch durch eine Aussparung am Mundstück ab und verringern den Zugwiderstand.
- Externe Zusatzfilter: Transparente Plastikspitzen, die auf Zigaretten gesteckt werden und Teer an den Plastikwänden mechanisch abfangen.
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FAQ: Spannende Fakten rund um den Zigarettenfilter
Wann und warum wurden Filterzigaretten überhaupt erfunden?
Ihren weltweiten Durchbruch erlebten die Filterzigaretten in den 1950er Jahren. Die Patentierung erfolgte jedoch bereits 1925 in London durch den ungarischen Erfinder Boris Aivaz, der Filter aus Krepppapier entwickelte. In Deutschland begann der Siegeszug 1934 mit der Marke F 58 der Dresdener Zigarettenfabrik Greiling. Besonderes Kennzeichen war damals eine Schicht aus Kork um das Mundstück, damit die Lippen nicht am Papier kleben blieben. Ab 1945 wurden Marken wie HB oder Marlboro mit Filtern zum Massenprodukt.
Warum haben Zigarettenfilter Löcher?
Die Filterperforation verdünnt den Rauch, was den Zugwiderstand verringert. Ursprünglich ging man davon aus, dass die erhöhte Luftzufuhr schädliche Stoffe durch bessere Verbrennung reduziert (eine Annahme, die heute kritisch gesehen wird). Zudem stellt die Perforation sicher, dass die Zigarette gleichmäßig abbrennt.
Wie verändert der Zigarettenfilter den Geschmack?
Neben der Tabakmischung bestimmt die Filtertechnik, wie intensiv das Aroma ankommt. Dichte Filter erhöhen den Zugwiderstand und lassen weniger Rauch passieren, was milder schmeckt. Aktivkohlefilter binden zusätzliche Bestandteile, wodurch der Rauch weicher wird. Manche Filter kühlen den Rauch auch leicht ab, was das Geschmacksprofil weiter verändert.
Warum benutzen Stadtvögel weggeworfene Zigarettenfilter für ihren Nestbau?
Die weiche Konsistenz der Stummel sorgt für eine hervorragende Wärmedämmung. Forschungen haben zudem gezeigt, dass Vögel die Kippen zur Schädlingsbekämpfung einsetzen. Das enthaltene Nikotin und der stechende Geruch vertreiben blutsaugende Milben, Läuse und Zecken effektiv aus dem Nest.
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